Neues Nachmittagsprogramm
September 2026 – Kreatives, Sportliches und mehr: Unsere Klientinnen und Klienten aus der Tagesstruktur bestimmen seit Kurzem selbst oder mit Unterstützung, wie und wo sie ihre Nachmittage verbringen. Ein neues Programm, initiiert vom Bereich Beschäftigung, macht es möglich.
Der Ballon soll möglichst lange in der Luft schweben. Das fördert die Koordination – und stärkt ganz nebenbei die Lachmuskeln.
«Jeder Mensch will lernen, denn wir alle leben von anregenden Inputs und abwechslungsreichen Tätigkeiten», davon ist Danja Bächtold, die in der GHG Sonnenhalde Tandem die Beschäftigung leitet, überzeugt. Aus dieser Motivation heraus hat sie mit ihrem Team ein erweitertes Nachmittagsprogramm entwickelt. Davon profitieren die Mitarbeitenden mit Unterstützungsbedarf, welche die Tagesstruktur besuchen, seit Anfang August 2026. Montags bis donnerstags von 13.30 bis 16 Uhr können die teilnehmenden Erwachsenen mit geistigen oder Mehrfachbeeinträchtigungen einer selbst gewählten Tätigkeit nachgehen, begleitet von den Fachpersonen, die sie aus ihrer bisherigen Tagesstruktur kennen.
«Im Vergleich zu früher, als die ganzen Tage in den angestammten Gruppen stattfanden, ist unser Programm jetzt individueller und breiter gefächert», erklärt Danja Bächtold. Das Ziel besteht darin, sich mit verschiedenen Tätigkeiten auseinanderzusetzen, Spannendes zu entdecken und sich persönlich weiterzuentwickeln. Ein weiterer Vorteil: Es findet eine Durchmischung statt – bei Teilnehmenden und Begleitpersonen. «Auch das ist wirkungsvoll, denn so ergeben sich neue Kontakte – und damit verbunden die Möglichkeit, sich im sozialen Umgang zu üben.»
Bewegen, begegnen, begreifen
Zur Auswahl stehen vier Themenfelder: Technik, Basal, Kreativ und Handwerk sowie Bewegung. In der Bewegungsgruppe besteht zudem die Möglichkeit, mit Tieren in Kontakt zu kommen. «Das tiergestützte Angebot bietet insbesondere Menschen mit Wahrnehmungsstörungen die Chance, bestärkende Erfahrungen zu machen und sich selbst und ihre Umwelt auf eine andere Weise wahrzunehmen», sagt Danja Bächtold. «So erhalten sie wertvolle Impulse.»
Erst ein bisschen gfürchig, jetzt ganz vertraut: Sachte kommen wir auch Bauernhoftieren näher.
Ebenfalls beliebt sind sportliche Tätigkeiten wie Schwimmen und Yoga. In der Technikgruppe wiederum widmet man sich der Bedienung eines Computers oder Tablets, und auch Konstruktionsspiele und Modellfahrzeuge kommen vor. «Speziell ist der Bereich Basal, in dem es um Sinneseindrücke geht. Also darum, wie es sich anfühlt, barfuss über eine Wiese zu spazieren, beim Kochen an den Zutaten zu riechen oder mit den Händen einen Teig zu kneten», berichtet Danja Bächtold. Und in der Kreativgruppe gibt es viel Schönes zu tun, zum Beispiel filzen, töpfern, kleistern, dekorieren und mehr. «Wir fördern, indem wir die Menschen herausfordern», erzählt Danja Bächtold.
Im Basal-Angebot dreht sich alles um die unterschiedlichsten Sinneseindrücke. Wie riecht und schmeckt etwas, wie hört es sich an, wie ist das Gefühl davon?
Prägend und bereichernd für alle
Und wie reagieren die sieben bis elf Teilnehmenden pro Gruppe auf die selbstbestimmteren Nachmittage? «Die meisten haben daran grosse Freude.» Danja Bächtold verweist darauf, dass es Zeit braucht, um eine solche Umstellung zu etablieren und sich daran zu gewöhnen. «Wie überall gilt: Veränderungen können Unsicherheiten auslösen. Hier schauen wir genau hin und schaffen die Rahmenbedingungen, die den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten entsprechen.»
Die dafür nötige Fachkompetenz stellen wir in der GHG Sonnenhalde Tandem sicher, indem wir das Personal sorgfältig rekrutieren und die Anforderungen an jeden einzelnen Job klar definieren. Ausserdem bieten wir regelmässig Coachings inklusive Fallbesprechungen sowie interne Weiterbildungen an. «Für uns alle war die Umstellung auf die neuen Aktivitäten prägend», sagt Danja Bächtold. Die Mehrkosten, die mit der Neuerung entstehen, sind mittlerweile fix ins Budget eingeplant. Und der personelle Einsatz lohne sich, findet sie. «Zum guten Gelingen hat sicher beigetragen, dass unsere Teams so flexibel, hilfsbereit und offen sind.»
Das sagen die Teilnehmenden
«Zuerst hatte ich Angst vor den Tieren. Jetzt streichle ich sie und habe grosse Freude.»
Egzon J. (Tierbegegnung)
«Wir setzen Sachen zusammen, zum Beispiel ein Lego-Auto und Skytrax. Ich mag die Abwechslung und dass ich immer wieder etwas Neues machen kann. Und ich bin gern mit verschiedenen Leuten und Betreuern zusammen.»
Vitushan M. (Technik)
«Ich male, kleistere, arbeite mit Ton und das gefällt mir.»
Lidia C. (Kreativ)
«Yoga habe ich neu kennengelernt. Ich mache gern Sport. Mit einem Ballon spiele ich Tennis, das kann ich gut. Und ich übe Korbwerfen.»
Renato G. (Bewegung)